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Mit Einführung der neuen IVECO EURO-4 Motoren
bei BREMACH ergeben sich für den Fernreiseeinsatz einige neue
Anforderungen, für die wir spezielle Lösungen erarbeitet
haben um einen störungsfreien Betrieb unserer Fahrzeuge zu
gewährleisten. Darin lassen wir die in über 5 Jahren gewonnenen
Erfahrungen mit der CommonRail-Hochdruckeinspritzung im Fernreiseeinsatz
mit Bezug auf die weltweit unterschiedlichsten Treibstoffqualitäten,
Tankstellennetze und auftretenden klimatischen Bedingungen einfliessen.
Die wichtigsten Problempunkte dabei sind:
- Einspritzdrücke bis zu 1600 bar erfordern
eine verbesserte Filterung des Krafstoffes.
- Das im Diesel enthaltene (oder zugesetzte)
Wasser muß zuverlässig abgeschieden werden um Korrosion
in der Hochdruckpumpe und den Injektoren zu vermeiden, wodurch
diese Bauteile beschädigt werden können.
- Anpassung der Bedienungsanleitung und Wartungsrichtlinien
an die speziellen Anforderungen im Fernreiseeinsatz
- Die Schaffung einer einfachen Diagnosemöglichkeit
für den Fahrer mittels kostengüstigem Fehlerauslesegerät
um die Warnungen, des mit Einführung der EURO4 zwingend vorgeschriebenen
"On-Board-Diagnosesystems", zu interpretieren und somit
Fehler bzw. Defekte im Einspritz- und Abgassystem leichter beheben
zu können.
Eine Auswertung der von Kunden gemeldeten Defekte
am CR-Einspritzsystem mit Einsatzschwerpunkt Australien, Nordafrika
und Südamerika hat gezeigt, daß in nahezu allen Fällen
mangelnde Wartung des Kraftstoffsystems zu einem Defekt an der Hochdruckpumpe
oder den Injektoren geführt hat.
Rein elektrische Defekte waren in 5 Jahren einmal durch ein defektes
Kraftstoffpumpenrelais und ein druchgescheuertes Kabel zur Kraftstoffpumpe
aufgetreten. Vereinzelt kam es zu Fehlfunktionen der im Motorraum
angeordneten CR-Steuerrelais aufgrund von Salzkorrosion (Anm.: Seit
9/2005 sind diese Relais im Fahrgastraum vor Feuchtigkeit geschützt
montiert). Kein einziges Mal kam es bisher zu einer Störung
am Motorsteuergerät selber. Die meisten elektrischen Probleme
bei der IVECO CR-Einspritzung entstanden uns durch "externe"
Eingriffe in das elektr. System, insbesondere durch Marderbisse
an Sensorkabeln, sowie Fehlfunktionen hervorgerufen durch Eingriffe
von Aufbauherstellern oder Endkunden bei der Montage von zusätzlichen
Elektronikkomponeneten.
Zusammenfassend zeigt sich, daß die Kraftstoffqualität
das zentrale Problem für CR-Einspritzungen im Fernreiseeinsatz
ist, wobei weniger der Kraftstoff an sich, sondern vielmehr im Kraftstoff
enhaltene Verunreinigungen (Staub, Schlamm, Schmutzpartikel) und
vorallem Wasser die Verursacher von Schäden sind.
Einer ganz besonderen "Gefahr" unterliegen
Fernreisefahrzeuge die als Zweitfahrzeuge genutzt werden und daher
nach einer Fernreise wochen- oder monatelang Stillstehen. Diese
werden (speziell bei Rückfahrten aus Nordafrika) mit möglichst
viel "billigem" Diesel betankt um diesen zu Hause dann
zu verbrauchen. Durch die langen Standzeiten zu Hause setzt sich
dann das darin enthaltene Wasser unten im Tank ab und bei kurzeitiger
Inbetriebnahme des Fahrzeuges wird dann primär Wasser in das
Einspritzsystem gepumpt, und zwar in Mengen die der serienmäßige
Kraftstofffilter nicht abscheiden kann. Wird diese Wasser/Kraftstoff-Emulsion
bei der dann folgenden kurzen Fahrt nicht sofort komplett verbraucht,
entsteht in Folge Korrosion in der Hochdruckpumpe oder den Injektoren
und Schäden sind vorprogrammiert. Zur Vermeidung dieses Problems
sollte bei der Rückfahrt aus Länderen mit "problematischer"
Treibstoffqualität der dort getankte Diesel komplett verbraucht
werden und die Tanks noch während der Rückfahrt komplett
mit "sauberem" europäischen Diesel befüllt werden.
Die Treibstoffmehrkosten werden sich langfristig über die gesparten
Reparaturkosten am Einspritzsystem ammortisieren.
Ein weiteres Problem stellen die großen
Edelstahltanks dar: Aufgrund ihrer großen Metalloberfläche
bildet sich bei längeren Standzeiten und nur teilweise gefülltem
Tank Kondeswasser. Extreme Kondenswasser-bildung haben wir besonders
bei Fahrzeugen beobachtet, die für einen längeren Zeitraum
unmittelbar im Uferbereich von Meer, Seen und Flüssen abgestellt
wurden. Auch Inversionswetterlagen im Frühjahr und Herbst,
die über einen längeren Zeitraum in unseren Breiten auftreten,
verstärken die Bildung von Kondenswasser im Tank. Als Abhilfe
empfehlen wir bei Standzeiten ab 1-2 Wochen das Fahrzeug nur mit
voll gefüllten Tanks abzustellen.
Zur Lösung der oben angeführten Problempunkte
erfolgen von uns folgende technische Änderungen an den von
uns ausgelieferten BREMACH Fahrzeugen mit Schwerpunkt "Fernreiseeinsatz":
- Der Kraftstoffilter muß eine Feinheit
von mindestens 2 Mikrometer aufweisen. Die von uns verwendeten
und empfohlenen Krafstofffilter erfüllen diese Vorgabe.
- Durch die Montage eines Vorfilters der Fa.
SEPAR erfolgt eine sehr hohe (über 99,9%) und zuverlässige
Wasserabscheidung bereits zwischen Kraftstofftank und elektrischer
Vorförderpumpe. Zusätzlich wird auch der Kraftstofffilter
deutlich entlastet, da der SEPAR-Filter Schmutzteilchen bis zu
30 Mikrometer entfernt. Der SEPAR-Filter ist Bestandteil des GR-Paketes
oder gegen Aufpreis nachrüstbar. Weitere Infomation zu diesem
Filter finden Sie hier.
- Durch neue Wartungsrichtlinien (und deren
unbedingte Einhaltung), die speziell für den "Einsatz
unter erschwerten Bedingungen" erarbeitet wurden, kann das
Schadensrisiko für die CR-Einspritzanlage deutlich gesenkt
werden.
- Um die Fehlercodes der Einspritzanlage am
neuen EURO4-Motor auslesen zu können bieten wir ein spezielles
und kostengünstiges Diagnosegerät an, das es dem Fahrer
erlaubt den Motorfehlerspeicher abzufragen und die durch die zentrale
Motor-Warnleuchte angezeigten Fehler auszuwerten.
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